Ruhrstadt-Imker e.V.- Bochum/Ruhrgebiet
Sie sind hier: START » Newsletter "RI-Aktuell" » Archiv: RI-Aktuell 2014 » RI-Aktuell 5. Mai 2014

RI-Aktuell 5. Mai 2014

Ruhrstadt-Imker-Aktuell

Aktuelle Tipps zur Bienenpflege

In Kürze:

  • Nach Regen und bei Wärme hat es gegen Ende April für kurze Zeit überall „geschüttet“.
  • Die Schwarmstimmung wird uns 2014 besonders lange beschäftigen.
  • Nur reifen Honig ernten!
  • Was wird 2014 noch anders?
  • Die ersten Robinien (=Pseudoakazien) blühen bereits. Kommt auch die Lindenblüte viel früher?
  • Nach viel Brut im Frühjahr auch mehr Milben im Spätsommer?

Nur reifen Honig ernten!

Die Rapsblüte geht dem Ende entgegen. Laut Wetterprognose soll es in den nächsten Tagen kühl bleiben und feucht werden. Nach einer auch witterungsbedingten Trachtpause wäre Gelegenheit für die Ernte des Frühjahrshonigs.
Nur reifen Honig ernten! Der offene Honig darf bei der „Stoßprobe“ nicht spritzen. Wenn das bei einer (Rand-)Wabe der Fall ist, wird die Honigernte auf einen späteren Zeitpunkt (am frühen Vormittag nach einer Schlechtwetterperiode) verschoben.
Die Frühjahrshonigernte wird vielerorts sehr bescheiden ausfallen. So auch am Lehrbienenzentrum Hohenstein. Dort haben selbst die stärkeren Völker ihren Honigraum nicht füllen können. An Standorten mit Rapskontakt sieht es (etwas) besser aus. Es bleibt die Hoffnung auf eine bessere Sommertracht.

Schwarmkontrolle & Baurahmen

Die Schwarmstimmung hat sich ausgebreitet. Anfang Mai waren im Durchschnitt etwa ein Drittel der Völker in Schwarmstimmung. Es ist davon auszugehen, dass während des „Wonnemonats“ noch mehr Völker „abhauen“ wollen. Deshalb sind im Mai und Juni weiterhin regelmäßige Schwarmkontrollen im Abstand von 7 Tagen notwendig. Wer vorher aufgibt kann nur verlieren.
Bei diesen Schwarmkontrollen wird konsequent der Baurahmen eingesetzt und die in ihm aufgezogene Drohnenbrut nach ihrer Verdeckelung (21 Tage nach dem Einhängen und damit vor ihrem Schlupf) ausgeschnitten und (später) eingeschmolzen. Diese Maßnahme beugt dem Schwärmen etwas vor und bremst die „Varroabefallsentwicklung“. Man kann auch mit zwei Baurahmen arbeiten. Zwei wirken stärker als einer. Sie werden zeitlich versetzt eingesetzt.

Milchsäure Behandlung

Milchsäurebehandlung der Brutableger

Brutableger sind 21 Tage nach ihrer Bildung brutfrei und sitzen dann in der Regel auf drei Waben. Diese Brutfreiheit wird für eine Sprühbehandlung mit Milchsäure genutzt. Anschließend sind die Völkchen nahezu milbenfrei. Die nächste Varroabehandlung (mit Ameisensäure) steht dann erst im September nach der Auffütterung an.
Die Milchsäurebehandlung am besten am frühen Vormittag vor Flugbeginn oder am Abend nach Einstellen des Flugbetriebes durchführen. Auf jeden Fall nicht am frühen Nachmittag eines sonnigen und warmen Tages. Da könnte die Königin gerade ihren Hochzeitsflug machen.
Der durch die Milchsäurebehandlung ausgelöste Varroa-Abfall beim Brutableger gibt Aufschluss über die aktuelle Varroalast des Brutwabenspenders. Sie liegt etwa 20mal höher. Mit einer monatlichen Verdreifachung der Milbenzahl ist zu rechnen, wenn keine Drohnenbrut ausgeschnitten wird….

Zum Thema gibt´s auch ein Video:

Was wird 2014 noch anders?

Der Holunder blüht bereits. Dann fangen die Lecanien auf der Fichte mit dem Honigen an. Bei einer Demonstration am Bienenstand im Ökotop in Düsseldorf-Heerdt am 5. Mai wurde erstaunlich viel dunkler Honig in den Waben gesichtet und geschmeckt und vor Ort ein hoher Besatz von honigenden Lecanien auf Altfichten gefunden. Bei den Rindenläusen auf Fichte (und Tanne) hat der Ausbreitungsflug begonnen.
Was in Düsseldorf möglich ist ist auch anderswo möglich.
Am 5. Mai hat der Waagstock am LBZ Hohenstein 2 kg zugenommen! Himbeerblüte oder Honigtau?
Wer guckt weiß Bescheid.

Der nächste Newsletter kommt Ende Mai.